Peter, wenn du auf deine Zeit als Geschäftsführer zurückblickst: Welche Momente bleiben dir besonders in Erinnerung?
Besonders prägend war die Gründung der ersten Elektromobilitätsfirma in der Schweiz sowie der Wechsel zur BKW im Jahr 2021 – mitten in der COVID-Zeit. Die Integration war herausfordernd, ist aber dank grossem Engagement von beiden Seiten und Zusammenhalt gelungen.
Was hat dich in deiner Rolle als Geschäftsführer der BKW Smart Mobility persönlich am meisten geprägt?
Um als Unternehmen in einem jungen und volatilen Markt wie der Elektromobilität über 16 Jahre erfolgreich zu bestehen, braucht es Kreativität, Entschlossenheit und ein starkes Team. Genau diese Stärke hat das Team der BKW Smart Mobility bewiesen.
Was ist dir bei der Übergabe an Fabian besonders wichtig?
Ein reibungsloser Übergang mit einem Nachfolger, der die Kultur und die Mitarbeitenden versteht und den Erfolg der BKW Smart Mobility weiterträgt. Ich habe ihm insbesondere etwas mitgegeben: Er soll sich Zeit für strategisch wichtige Entscheide nehmen.
«Um in einem jungen und volatilen Markt wie der Elektromobilität über 16 Jahre erfolgreich zu bestehen, braucht es Kreativität, Entschlossenheit und ein starkes Team. »
Welche Entwicklungen in der Elektromobilität haben dich überrascht?
Die rasante technologische Entwicklung – etwa bei Batterien und Ladeinfrastruktur – sowie der schnelle Fortschritt bei elektrischen Nutzfahrzeugen. Besonders auffällig ist, dass sich die Transport- und Logistikbranche in vielen Bereichen schneller und entschlossener für den Umstieg auf Elektromobilität positioniert hat als die klassische Automobilbranche. Gleichzeitig zeigt sich, wie hartnäckig am Verbrenner festgehalten wird. Es gibt kein explizites Datum für ein Verbot von neuen Benzin- und Dieselmotoren und die Verkaufszahlen von Elektrofahrzeugen stagnieren.
Was sind aktuell die grossen Themen in der Elektromobilität?
Die wachsenden Systemkomplexität und die immer höheren Ladeleistungen sind wichtige Themen für viele Kundinnen und Kunden. Genau hier hat die BKW ihre grösste Stärke: integrierte Gesamtlösungen. Die BKW ist entlang der gesamten Wertschöpfungskette hervorragend positioniert – von der Netzinfrastruktur über Planung und Betrieb bis zur Stromvermarktung. Wir sind also gut aufgestellt für die Zukunft.
Welche technologischen oder marktseitigen Trends werden die Elektromobilität in den nächsten Jahren am stärksten prägen?
Technologisch werden vor allem effizientere Fahrzeuge mit steigender Reichweite sowie Fortschritte bei der Energieeffizienz der Ladeinfrastruktur prägend sein. Marktseitig wirken dabei zunehmend strengere CO₂-Vorgaben als zentraler Treiber.
Was wünscht du dir für die Zukunft des Unternehmens – und für die Elektromobilität insgesamt?
Ich wünsche der BKW Smart Mobility und der Elektromobilität eine erfolgreiche Zukunft – und dass die Schweizer Bevölkerung zunehmend die Vorzüge der Elektromobilität erkennt!
Fabian, du bist schon seit 14 Jahren in der Elektromobilität tätig, 5 davon bei BKW Smart Mobility als Stellvertretender Geschäftsleiter. Nun übernimmst du die Geschäftsleitung. Mit welchem Gefühl startest du in die neue Rolle?
Ich starte mit grosser Dankbarkeit, Respekt und Motivation. Dankbarkeit für das Vertrauen, Respekt vor der Verantwortung und Motivation, gemeinsam Orientierung zu geben und Herausforderungen aktiv anzugehen. Mein Anspruch ist es, präsent zu sein und zuzuhören – in einem Umfeld, in dem Zusammenarbeit, Offenheit und Dialog gelebt werden. Ich möchte eine Kultur fördern, in der Leistung und Menschlichkeit gleichermassen zählen und unterschiedliche Perspektiven einbezogen werden.
Wo knüpfst du unternehmerisch an?
Auf der Basis meines Vorgängers möchte ich gemeinsam mit dem Team bewährtes stärken und Raum für neue Impulse schaffen. Dabei knüpfe ich an der klaren strategischen Ausrichtung und der ganzheitlichen Sicht auf Elektromobilität an – insbesondere an der Verbindung von Ladeinfrastruktur, Energieversorgung, Netzintegration und Betrieb. Dies bleibt ein zentrales Element unserer Positionierung. Neue Akzente setze ich in der Integration von Elektromobilität in gesamtheitliche Energie- und Infrastrukturlösungen und damit einer stärkeren Zusammenarbeit über verschiedene Geschäftsbereiche hinweg. Zudem möchte ich unsere Lösungen mit konsequentem Fokus auf Kunden- und Partnerbedürfnisse weiter vereinfachen.
«Es ist entscheidend, Elektromobilität bereits heute systemisch zu denken und strategisch zu planen. Wer Elektromobilität heute isoliert betrachtet, läuft Gefahr, in wenigen Jahren vor strukturellen Anpassungen zu stehen. »
Welche Themen in der Elektromobilität haben für dich kurzfristig Priorität?
Kurzfristig steht für mich die sehr aktive Marktnachfrage im Fokus. Entscheidend ist, Orientierung zu geben, Komplexität zu reduzieren und aufzuzeigen, wie Mobilität, Energie und Infrastruktur sinnvoll zusammenspielen. Unsere Aufgabe ist es, dafür passende, integrierte Gesamtlösungen zu entwickeln, die technisch, wirtschaftlich und langfristig tragfähig sind.
Wie kann sich die Elektromobilität langfristig sinnvoll entwickeln?
Elektromobilität ist für viele Kundinnen und Kunden ein eigentlicher Transformationsprozess. Zu oft wird sie noch auf einzelne Komponenten reduziert – etwa auf das Fahrzeug oder die Ladestation. In der Realität entsteht der Erfolg jedoch erst im Zusammenspiel von Ladeinfrastruktur, Energieversorgung, Netzintegration, Lastmanagement und digitaler Steuerung.
Unser Ziel ist es, diese Komplexität für unsere Kundinnen und Kunden zu reduzieren. Hier setzen unsere integrierten Gesamtlösungen an: von der Analyse des Energiebedarfs über die Planung der Infrastruktur bis hin zum Betrieb und zur Optimierung im Alltag. Wir betrachten Elektromobilität nicht als isolierte Investition, sondern als Bestandteil einer umfassenden Energie- und Nachhaltigkeitsstrategie.
Welche Entwicklungen sollten Unternehmen heute schon ernst nehmen, auch wenn sie noch „fern“ wirken?
Unternehmen sollten sich frühzeitig mit der Rolle von Elektromobilität im zukünftigen Energiesystem auseinandersetzen. Dazu gehören Entwicklungen wie bidirektionales Laden sowie neue regulatorische Anforderungen an Netzintegration und Flexibilitäten.
Auch die zunehmende Digitalisierung und datenbasierte Steuerung von Ladeinfrastruktur wird an Bedeutung gewinnen. Wer Elektromobilität heute isoliert betrachtet, läuft Gefahr, in wenigen Jahren vor strukturellen Anpassungen zu stehen. Entscheidend ist deshalb, Elektromobilität bereits heute systemisch zu denken und strategisch zu planen. Aus Sicht der BKW Smart Mobility ist genau das unser Anspruch: Kunden frühzeitig zu beraten, Entwicklungen einzuordnen und Lösungen zu schaffen, die nicht nur für heute, sondern auch für morgen tragfähig sind.
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